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Abfluss gluckert:
Ursachen, erste Hilfe und wann Sie handeln sollten
Ein gluckernder Abfluss wird häufig zunächst nicht ernst genommen. Schließlich läuft das Wasser meistens noch ab und eine vollständige Verstopfung ist nicht erkennbar. Trotzdem kann das Gluckern ein erstes Warnsignal dafür sein, dass das Abwasser nicht mehr ungehindert durch die Leitung fließt.
In diesem Beitrag erfahren Sie, warum ein Abfluss gluckert, welche Maßnahmen Sie selbst ausprobieren können und wann eine professionelle Rohrreinigung sinnvoll ist.
Warum gluckert der Abfluss?
Das typische Gluckern oder Blubbern entsteht, wenn Wasser und Luft nicht mehr ungehindert durch das Rohrsystem strömen können. Häufig befinden sich bereits Ablagerungen in der Leitung, die den freien Rohrdurchmesser verkleinern.
Das Wasser muss sich an diesen Ablagerungen vorbeidrücken. Dabei entstehen Luftblasen, die durch den Abfluss entweichen und das bekannte Gluckergeräusch verursachen.
Mögliche Ursachen sind:
- Fett- und Speisereste im Küchenabfluss
- Haare und Seifenreste im Badezimmer
- Ablagerungen im Siphon
- eine beginnende Verstopfung tiefer in der Abwasserleitung
- eine eingeschränkte oder fehlerhafte Rohrbelüftung
- Ablagerungen in einer gemeinsam genutzten Fallleitung
Gerade in der Küche verbinden sich Fett, Spülmittelreste und kleine Speisereste im Laufe der Zeit zu festen Ablagerungen. Das Wasser läuft dann zunächst nur langsamer ab, bevor die Leitung später vollständig verstopfen kann.
Ist ein gluckernder Abfluss bereits verstopft?
Ein gluckernder Abfluss muss noch nicht vollständig verstopft sein. Häufig handelt es sich um eine teilweise Verengung der Leitung.
Typische Anzeichen für eine beginnende Verstopfung sind:
- Das Wasser läuft langsamer ab als gewöhnlich.
- Der Abfluss gluckert nach dem Ablaufen.
- Aus dem Abfluss kommen unangenehme Gerüche.
- Das Wasser steigt kurz im Waschbecken oder in der Spüle hoch.
- Ein anderer Abfluss gluckert, sobald die Toilette gespült wird.
- Das Gluckern tritt beim Betrieb der Waschmaschine oder Spülmaschine auf.
Je früher die Ursache beseitigt wird, desto eher lässt sich eine vollständige Blockade und ein möglicher Rückstau vermeiden.
Abfluss gluckert in der Küche
Wenn der Küchenabfluss gluckert, sind häufig Fettablagerungen die Ursache. Flüssiges Fett wird beim Abkühlen fest und setzt sich an der Innenseite der Rohrleitung ab. Weitere Speisereste bleiben daran hängen und verengen das Rohr immer stärker.
Auch wenn das Wasser noch abläuft, können sich bereits größere Ablagerungen in der Leitung befinden.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite [Küchenabfluss reinigen].
Abfluss gluckert im Badezimmer
Im Waschbecken, in der Dusche oder in der Badewanne entstehen Verstopfungen besonders häufig durch Haare, Seife, Hautschuppen und Rückstände von Pflegeprodukten.
Diese Verschmutzungen sammeln sich zunächst im Ablauf oder im Siphon. Mit der Zeit können sie jedoch auch tiefer in die Rohrleitung gelangen.
Gluckert der Abfluss nur an einer Stelle, liegt die Ursache häufig in der Nähe des betroffenen Ablaufs. Sind mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen, kann die Verstopfung tiefer im Leitungssystem sitzen.
Abfluss gluckert, wenn die Toilette gespült wird
Gluckert das Waschbecken, die Dusche oder ein anderer Abfluss beim Spülen der Toilette, sollte das Problem genauer geprüft werden.
Möglicherweise kann die verdrängte Luft nicht richtig durch die Abwasserleitung entweichen. Auch eine Verengung in der Fallleitung oder eine gestörte Rohrbelüftung kann die Ursache sein.
Steigt zusätzlich Wasser in einem anderen Ablauf hoch, kann bereits eine stärkere Verstopfung vorliegen. In diesem Fall sollte die Leitung nicht weiter belastet werden.
Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite [WC-Verstopfung beseitigen].
Was kann man bei einem gluckernden Abfluss selbst tun?
Bei einer leichten Verschmutzung können zunächst einige einfache Maßnahmen helfen.
1. Sieb und Ablauf reinigen
Entfernen Sie sichtbare Haare, Speisereste und andere Verschmutzungen aus dem Ablauf. Reinigen Sie auch ein vorhandenes Abflusssieb gründlich.
2. Siphon überprüfen
Befindet sich die Verschmutzung direkt im Siphon, kann dieser vorsichtig abgeschraubt und gereinigt werden. Stellen Sie vorher einen Eimer unter das Rohr, da sich im Siphon Wasser befindet.
Die Dichtungen sollten anschließend wieder korrekt eingesetzt werden. Bei Unsicherheit sollte der Siphon nicht selbst geöffnet werden.
3. Saugglocke verwenden
Eine Saugglocke kann bei einer oberflächlichen Verstopfung helfen. Verschließen Sie vorhandene Überlauföffnungen und bewegen Sie die Saugglocke mehrmals kräftig auf und ab.
Der entstehende Unter- und Überdruck kann leichte Ablagerungen lösen.
4. Mit heißem Wasser nachspülen
Bei leichten Fett- oder Seifenablagerungen kann heißes Wasser helfen. Verwenden Sie jedoch kein kochendes Wasser, wenn Kunststoffrohre oder empfindliche Dichtungen vorhanden sind.
Vorsicht bei chemischen Rohrreinigern
Chemische Rohrreiniger sollten nicht unüberlegt verwendet werden. Sie können stark ätzend sein und bei falscher Anwendung eine Gefahr für Haut, Augen und Atemwege darstellen.
Bei einer hartnäckigen Verstopfung lösen chemische Mittel die Ablagerungen außerdem nicht immer vollständig. Befindet sich das Mittel anschließend im stehenden Wasser, erschwert dies die spätere mechanische Rohrreinigung und kann den ausführenden Mitarbeiter gefährden.
Das Umweltbundesamt empfiehlt für den Haushalt nach Möglichkeit mechanische Hilfsmittel wie Saugglocke oder Spirale anstelle aggressiver Chemikalien.
Mischen Sie niemals verschiedene Rohr- oder Haushaltsreiniger miteinander.
Wann sollte ein Fachbetrieb gerufen werden?
Eine professionelle Rohrreinigung ist empfehlenswert, wenn:
- das Gluckern regelmäßig wiederkommt,
- das Wasser nur noch sehr langsam abläuft,
- mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen sind,
- Wasser aus einem anderen Ablauf hochsteigt,
- unangenehme Gerüche auftreten,
- eigene Maßnahmen keine Verbesserung bringen,
- die Verstopfung vermutlich tiefer im Rohr sitzt.
Mit einer professionellen Rohrreinigung können Ablagerungen mechanisch entfernt werden. Je nach Ursache kommen beispielsweise eine Rohrreinigungsspirale, eine Kettenschleuder oder eine Hochdruckspülung zum Einsatz.
Bei wiederkehrenden Problemen kann zusätzlich eine Kamerainspektion sinnvoll sein. Damit lassen sich starke Ablagerungen, Schäden, Absackungen oder Wurzeleinwuchs im Rohr erkennen.
Weitere Informationen zu unseren Verfahren finden Sie unter [Kanal-, Rohr- und Abflussreinigung] und [Kamerainspektion].
So können Sie einem gluckernden Abfluss vorbeugen
Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich das Risiko einer Verstopfung reduzieren:
- Fett und Speiseöl nicht in den Abfluss schütten.
- Speisereste vor dem Spülen entfernen.
- Abflusssiebe in Küche und Badezimmer verwenden.
- Haare regelmäßig aus Dusche und Waschbecken entfernen.
- Keine Feuchttücher, Hygieneartikel oder Katzenstreu über die Toilette entsorgen.
- Erste Anzeichen wie langsames Ablaufen oder Gluckern nicht ignorieren.
Fazit: Ein gluckernder Abfluss ist ein Warnsignal
Wenn ein Abfluss gluckert, ist häufig bereits eine Verengung oder beginnende Verstopfung vorhanden. Solange das Wasser noch abläuft, lässt sich das Problem möglicherweise mit einfachen mechanischen Maßnahmen beheben.
Kommt das Gluckern jedoch immer wieder, läuft das Wasser nur noch langsam ab oder sind mehrere Abflüsse betroffen, sollte die Ursache professionell geprüft werden. So kann verhindert werden, dass sich die Leitung vollständig zusetzt oder Abwasser zurückstaut.
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